13 Anti-Phrasen im Büroalltag

„Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist der gleiche wie zwischen einem Blitz und einem Glühwürmchen“ – sagte Mark Twain. Menschen benutzen Sprache und sagen Worte, um Geist eines Fremden zu beeinflussen und um den richtigen Ergebnis zu erreichen. Deswegen ist es im Büro besonders wichtig, Worte, Sätze und Phrasen bewusst zu wählen. Jedes Satz eines Vorgesetzten sollte die Mitarbeiter motivieren ihm zu folgen, jedes Phrase eines Mitarbeiters sollte sein Wille und Bereitschaft zeigen, im Sinne des Unternehmens zu handeln. Passend zum Jahr 2013 haben wir* 13 Sätze ausgewählt, die Ihre Karriere negativ beeinflussen können.

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„Es ist nicht fair“

Er bekommt mehr, als ich. Er wurde befördert und ich – nicht. Seine Leistungen wurden anerkannt, und meine – nicht. Die ganze Welt ist unfair. Anstatt zu sagen „es ist unfair“, sammeln Sie Unterlagen, die Ihren Standpunkt untermauern, Belege, die Sie vorzeigen können, finden Sie Schwachstellen und stellen Sie Ihre Beweise Ihrem Vorgesetzten bzw. beseitigen Sie die Probleme, die Sie hindern, besser zu sein, finden Sie Verbündete, die Sie unterstützen.

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„Das ist nicht mein Problem“, „Dafür werde ich nicht bezahlt“

Unbeschwerte, abwesende und egozentrische Sichtweise begrenzt sehr schnell Ihre Beförderung am Arbeitsplatz. Sie müssen nicht allem zustimmen bzw. sich für alles einspannen lassen. Man muss auch „Nein“ sagen können, aber nur dann, wenn Sie sicher sind, dass Sie wirklich nicht helfen können. Sagen Sie nicht „Sie machen Witze, dafür werde ich nicht bezahlt“, sagen Sie stattdessen „Gerne helfe ich weiter. Zur Zeit arbeite ich an Projekten A, B und C. Welches davon soll ich verschieben, um Ihr Problem anzugehen?“ So zeigen Sie Arbeitsbereitschaft, zwingen den Vorgesetzten aber auch dazu, Prioritäten zu setzen.

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„Ich vermute“

Hier sind zwei Zitate zu einem Thema „Ich vermute, dass unser Unternehmen der richtige Partner für Sie ist“ und „Ich bin überzeugt, dass unser Unternehmen der richtige Partner für Sie ist.“ Äußerlich unterscheiden sie sich nur am Anfang, tatsächlich aber überträgt die zweite Phrase ganz andere Botschaft.

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„Keine Ursache“

Wenn jemand sich bei Ihnen bedankt, dann sagen Sie einfach „Liebend gern“ oder „Bitte schön“. Diese Phrasen bedeuten, dass es Ihnen Spaß gemacht hat, jemandem zu helfen und dass Sie die Dankbarkeit annehmen. „Keine Ursache“ könnte Menschen auf die Gedanken bringen, dass Sie die Dankbarkeit nicht annehmen und unter anderen Umständen gar nicht helfen würden.

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„Ich versuche“

Stellen Sie sich vor, Sie bitten jemanden etwas für Sie zu erledigen. Wenn er (oder sie) Ihnen mit „ich versuche“ antworten, dann wissen Sie gar nicht, ob derjenige die Aufgabe wirklich erledigt oder nicht. Sie würden lieber selber die Aufgabe erledigen, als sich auf das unverbindliche „ich versuche“ zu verlassen. Sagen Sie statt „ich versuche“ lieber „ich tue es“.

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„Er ist ein Blödmann“, „Sie ist ’ne Schlampe“, „Blöde Arbeit“, „Wie ich diese Firma hasse“

Nicht wird schneller Ihre Kariere zerstören, als plumpe und negative Verallgemeinerungen. Floskeln wie „Blödmann“ zeigen nicht nur wie unreif Sie sind, sondern könnten von anderen als Anstiftung zum Mobbing oder zum Streit interpretiert werden. Vermeiden Sie wertende Aussagen, die nur dazu führen, dass Sie abgewertet werden. Wenn Sie tatsächlich mit Ihren Kollegen unzufrieden sind, dann versuchen Sie mit diesem Kollegen reden. Bleiben Sie dabei taktvoll, sachlich und neutral.

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„Das haben wir doch schon gemacht“

Vorgesetzte schätzen in Ihnen Innovationskraft, kreatives Denken und Problemlösungsfähigkeit. Der Satz „das haben wir doch schon gemacht“ zeigt genau das Gegenteil, nämlich dass Sie rückständig, dogmatisch und engdenkend sind. Stattdessen sagen Sie lieber „Wie interessant! Lassen Sie uns Vor- und Nachteile diskutieren“.

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„Es ist unmöglich“, „Ich kann nichts machen“

Sind Sie sich sicher? Haben Sie wirklich alle Möglichkeiten geprüft? Wenn Sie diese Sätze verwenden, dann bilden Ihre Worte negative Gefühle und machen einen hoffnungslosen Eindruck. So was wird auf der Arbeit nicht geschätzt, weil jedes Problem gelöst werden soll. Am Ende stehen Sie als Versager dar. Versuchen Sie stattdessen zu sagen „Gerne prüfe ich alles noch ein Mal“, „Lassen Sie uns schauen, was zu machen ist“ oder „Ich kann folgendes machen“.

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„Sie hätten…“, „Sie sollten…“

Wahrscheinlich werden diese Worte so aufgenommen, als würden Sie Schuldige suchen und Ihre Verantwortung auf jemand abschieben wollen. Idealerweise sollte die Arbeitsatmosphäre ein Gefühl von Gleichheit schaffen und menschliche Kommunikation und Teamwork fördern. Anstatt jemand zu beschuldigen (auch wenn er tatsächlich Schuld ist), seien Sie konstruktiv und neutral. Sagen Sie „Das nächste Mal…“ oder „In Zukunft…“

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„Hey, Jungs…“

Formlose Anreden gehören nicht in den Arbeitsalltag, und zwar egal, ob es sich um Kollegen, Vorgesetzte oder Kunden handelt. Verwenden Sie stattdessen Sätze „unser Team“, „Ihre Firma“ oder einfach „Sie“.

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„Vielleicht habe ich unrecht, aber…“, „Es klingt blöd, aber…“

Solche Sätze verringern die Bedeutung von dem, was danach kommt, und mindern Ihre Glaubwürdigkeit. Sagen Sie statt „Vielleicht ist es blöd, aber wir könnten doch Internetkonferenz machen“ lieber „Um Kosten und Aufwand zu verringern schlage ich vor, eine Internetkonferenz zu machen.“

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„Wie finden Sie das?“, „Ist es OK?“

Diese Sätze werden als ausweichen wahrgenommen. Sie sind nur dann gut, wenn Sie tatsächlich Zustimmung oder Unterstützung suchen. Wenn Ihre Aufgabe darin besteht, Mitarbeitern Anweisungen zu geben oder Menschen von Ihrem Standpunkt begeistern, dann seien Sie direkt und selbstbewusst. Anstatt zu sagen „Finden Sie diese Investition gut? Ich tue es, wenn Sie nichts dagegen haben“ sagen Sie lieber „Dies ist eine gute Investition. Mit Ihrer Erlaubnis werde ich alles Nötige veranlassen“.

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„Jetzt habe ich keine Zeit“, „Zu viel zu tun“

Auch wenn Sie tatsächlich keine Zeit haben, niemand will sich als weniger Wichtig fühlen. Um eine positive Meinung von sich zu hinterlassen und um Ihre Verbundenheit mit dem Menschen zu zeigen, sagen Sie besser „Gerne bin ich zu einem Gespräch bereit, sobald ich meine Vormittagstermine wahrgenommen habe. Nachmittags bin ich für Sie da“.

*Zusammengefasst auf der Grundlage des Buchs „Well Said!: Presentations and Conversations That Get Results“ von Darlene Price

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