Im Wahljahr erregt die Zeitarbeit schon wieder die Gemüter

Nun ist es wieder so weit: ein Wahljahr steht an und fordert seine Opfer. Die Politiker versuchen sich gegenseitig zu überbieten im Populismus und Schönrederei. Mindestlohn soll her und vor allem soll Zeitarbeit wieder bluten, obwohl in der Zeitarbeit ja schon längst der Mindestlohn eingeführt wurde.

Im Ersten läuft am 13.05.2013 ein Dokumentarfilm mit dem sprechenden Namen „Hungerlohn am Fließband – Wie Tarife ausgehebelt werden“. Anschließend findet eine Diskussion statt, moderiert vom Frank Plasberg. Vom Dokumentarfilm darf man zwar nicht viel erwarten, aber der Herr Plasberg war in der Vergangenheit immer äußerst objektiv und nicht als Populist bekannt.

Die Munition für Populismus liefern solche Berichte, wie zuletzt aus dem Saarland, wo Gastarbeiter aus diversen Ost-Europäischen Ländern von Betrügern und Gaunern ohne Löhne und ohne Mitteln zum Leben gelassen wurden. Schreckliche Geschichte, aber ist es ein Grund dafür, schon wieder die ganze Branche in Aufruhe zu versetzen? Die Zeitarbeitsbranche reguliert ja schon sich selbst, beispielsweise mit dem Qualitätssiegel Zeitarbeit, der von Initiative Qualitätssiegel Zeitarbeit GmbH ausgestellt wird. Viele Unternehmen haben sich bereits zertifizieren lassen, der Kriterienkatalog umfasst 25 Punkte, die alle geprüft werden. Wie toll wäre es, wenn die Bundesagentur für Arbeit die Menschen nur an zertifizierte Zeitarbeitsunternehmen vermitteln würde?

Es ist zur Zeit sehr gefährlich, an der Zeitarbeit herumzuschrauben. Noch ist es unklar, wie Zeitarbeit die Branchenzuschläge verdaut hat. Die Zahlen der Bundesagentur liegen erst für das 1. Halbjahr 2012, also noch zu den Zeiten von vor der Einführung der Branchenzuschläge. Von großen Zeitarbeitsfirmen ist aber zu hören, dass die Branchenzuschläge die Belegschafft zeitweise um bis zu 25% schrumpfen ließ. Die Welt berichtet bereits über schrumpfende Zeitarbeit, leider ohne genaue Zahlen bzw. Quellenangabe. Dort wird es als Zeichen für den drohenden Abschwung interpretiert. In der Branche weiß man aber, dass es eben auf die Branchenzuschläge zurückzuführen ist.

Bleibt zu hoffen, dass unsere Politiker sich im Wahljahr auf wirklich wichtige Themen stürzen, wie z.B. Wirtschaftswachstum. Die kürzlich verstorbene Margaret Thatcher hat es damals in den 70-ern verstanden, dass man nicht unendlich die Rechte der Arbeitnehmer stärken kann, sondern dass es in erster Linie der Wirtschafft gut gehen muss. Dann geht es auch uns allen gut.

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